Das neue Jahr ist wie eine leere Leinwand, ein weißes Blatt Papier, dass darauf wartet bemalt oder beschrieben zu werden. So beginnen Geschichten, entstehen Meisterwerke oder fühlt sich eben ein frischer Start an. Ein Neubeginn, eine neue Chance. Doch jedes neue Kalenderjahr wohnt auch ein neues Lebensjahr inne – eine Erinnerung daran, dass unsere Zeit hier endlich ist. Das mag auf den ersten Blick schwer wirken, doch genau darin liegt die Kraft: Wir haben die Möglichkeit, unser Leben bewusster zu gestalten im Hier und Jetzt – heute, morgen und darüber hinaus.
Hier kommt ein Konzept ins Spiel, das in Schweden tief verwurzelt ist: Death Cleaning (oder „döstädning“ wie es auf Schwedisch heißt). Ein Begriff, der auf den ersten Blick abschreckend klingt, aber nichts anderes bedeutet als: bewusst Ordnung schaffen – für das Jetzt und für die Zukunft.
Warum jetzt der richtige Zeitpunkt ist
Wir alle sammeln im Laufe der Jahre Dinge an. Unseren Besitz, der aus Erinnerungen, Erbstücken, Geschenken, Lieblingsteilen und Fehlkäufen besteht. Manches lieben wir und manchen ist schlichtweg Ballast, den wir eigentlich nicht brauchen.
Doch wie oft hinterfragen wir wirklich: Mag ich das ein oder andere Gesammelte in meinem Haushalt eigentlich noch? Bereitet es mir Freude? Werden andere mich damit verbinden, weil ich die eine oder andere Sache so wertgeschätzt habe? Würde ich wollen, dass meine Liebsten sich später damit herumschlagen müssen?
Death Cleaning bedeutet nicht, dass du dich heute auf deinen Abschied vorbereitest. Oh nein. Es bedeutet vielmehr, Platz für das Leben zu schaffen, dass du noch leben willst in der Zeit, die dir hier noch bleibt. Ein Leben für das, was dir wirklich wichtig ist. Und das ist nicht nur hochbetagt eine gute Idee, sondern auch schon in jungen Jahren. Es ist eine Übung in Achtsamkeit: Was willst du behalten? Und warum?
Denn wenn zwar Niemand von uns weiß, wie viel Zeit uns bleibt, wissen wir doch genau, dass wir selbst bestimmen können, was in unserem Leben willkommen ist und was wir loslassen – für uns und für die, die nach uns bleiben.
Eine Liebeserklärung an deine Liebsten
Stell dir vor, du bist nicht mehr da, und deine Familie steht vor der Aufgabe, sich durch deine hinterlassenen Dinge zu arbeiten. Schublade für Schublade, Karton für Karton. Was wird ihnen durch den Kopf gehen? Welche Mühe? Welche Kosten? Wieviel Zeit, müssen wir für stundenlanges Aussortieren hier aufbringen? Ist das fair?
Wäre es nicht schöner, wenn du weißt, dass Dankbarkeit und Erleichterung die bestimmenden Gefühle sind, wenn sie an dich denken. Vielleicht gibt es ein paar ausgewählte Dinge, die sie mit einem Lächeln an dich erinnern. Doch guten Gewissens lädst du ihnen nicht die Entscheidungen auf, die du zu Lebzeiten nicht treffen wolltest.
Death Cleaning ist ein Geschenk an deine Liebsten. Es ist deine Art, zu sagen: „Ich habe mich darum gekümmert. Ihr müsst es nicht tun.“ Und noch viel wichtiger: Es ist auch ein Geschenk an dich selbst. Denn mit jedem Teil, das du bewusst loslässt, gewinnst du die Freiheit zu entscheiden, was für dich wirklich zählt – Raum für Raum und Stück für Stück.
Im Hier und Jetzt klar Schiff machen
Doch Death Cleaning ist nicht nur ein Blick in die ferne Zukunft. Es ist eine Einladung, im Hier und Jetzt Klarheit zu schaffen.
Fragen helfen dir dabei:
• Was brauchst du wirklich? Welche Dinge erfüllen deinen Alltag mit Freude oder Funktion?
• Was kannst du loslassen? Gibt es Besitztümer, die dich mehr belasten als bereichern? Dinge, die nur unnötig Aufmerksamkeit fordern und mit anderen Dingen oder Terminen buhlen, weil sie erledigt werden wollen? Und daraus ergibt sich automatisch die Frage:
• Worauf willst du dich konzentrieren? Welche Erinnerungen und Werte möchtest du bewahren und weitergeben?
Indem du dich mit diesen Fragen auseinandersetzt, bereitest du nicht nur die Zukunft der anderen vor, sondern gestaltest auch dein aktuelles Leben.
Death Cleaning ist keine Radikalkur, sondern ein bewusster, liebevoller Prozess. Es geht nicht darum, alles wegzuwerfen, sondern die Dinge zu behalten, die wirklich Bedeutung haben. Und während du das tust, wirst du feststellen: Du brauchst gar nicht so viel, um erfüllt zu sein. Fang an, Klarheit zu schaffen. Fang an, für dich selbst Platz zu machen. Und gestalte dein neues Lebensjahr so, dass es sich leichter, freier, ordentlicher und voll mit Liebe anfühlt.
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